#cuptales

36 cups staging the scene.
Each stage a cup.
Each cup a story.
Its story.

All ideas can be realized: That's what
demanding trade fair communication can do.

Ausstieg
10 Ausstieg

10 Ausstieg

Als Jugendlicher rebellierte Jim Cassady gegen die Engstirnigkeit der Mittelklasse und den Materialismus. Seine Gegenkultur fand er in der Hippiebewegung. Nach dem Woodstock-Festival 1969 zog er von Seattle nach San Francisco. Als sich der Flower-Power-Massenkult mit Beginn der 70-er Jahre wieder zur Nischenkultur rückentwickelte, brachten psychedelische Musik und Drogen Cassadys Leben zusehends in eine Abwärtsspirale. 1974 gelang ihm der Ausstieg, als er seiner damaligen Freundin Sue in das „Tal der Hippies“ in die andalusische Berggemeinde Órgiva folgte. Seitdem führt der heute 65-Jährige ein einfaches Leben im Einklang mit der Natur. Kontakt nach Übersee hält Cassady seit vierzig Jahren über das grüne Telefon in Miguels Backstube. Seine Gespräche begleitet stets eine Tasse heißer Malzkaffee.

Kirchenkrise

35 Kirchenkrise

35 Kirchenkrise

Der „Schwanenhals“ befindet sich im Besitz einer evangelischen Gemeinde in Südhessen.
Die Tasse stammt aus dem Nachlass eines ehemaligen Gemeindemitglieds. Die Frau hatte ihr gesamtes Hab und Gut der Kirche vermacht. Die einzige Auflage war, dass nichts verkauft oder entsorgt werden durfte. Der Pfarrer lagerte den Hausrat der Dame in einem Schuppen. Das großzügige Haus wurde renoviert und teuer vermietet.
Als nach 15 Jahren ein neuer Gemeindepfarrer seine Stelle antrat und man ihm die Geschichte erzählte, fragte er entsetzt, ob denn niemand auf die Idee gekommen sei, den Hausrat an Bedürftige zu verschenken - was ja wohl der offensichtliche Wunsch gewesen sei...
Nach 3 Wochen war nahezu alles abgeholt worden. Lediglich ein alter Besen, ein verrosteter Vogelkäfig und diese Tasse fanden keinen Abnehmer...

Zeichen
02 Zeichen

02 Zeichen

Die Touristin ist freundlich, kauft einen Traumfänger als Andenken an La Gomera. Ihre noch unberührte Kaffeetasse lässt sie neben Joan stehen. Joan nimmt dies als Zeichen. Er deutet Dinge und lässt sich so durch den Tag treiben. Er ist Aussteiger und Künstler, wohnt in einer der Höhlen in der Schweinebucht. Morgens sammelt er Strandgut, Federn, gebleichtes Holz und glattgespülte Glasscherben. Er schnitzt und erschafft zauberhafte Objekte. Braucht er Geld, verkauft er etwas davon auf dem Markt. Zum Leben braucht er nicht viel. Aus der makellos weißen Tasse strömt aromatischer Duft. Genussvoll trinkt Joan, dann stellt er die Tasse zu dem Papiergeflecht in eine Box. Für heute ist sie Kunst. Und morgen ist ein neuer Tag.

Durchgekaut
03 Durchgekaut

03 Durchgekaut

Mailand 2011. Praktikant Leonardo Wafas Aufgabe in der renommierten Porzellan-Designschmiede Porcamania bestand zu 99 Prozent aus Kaffeekochen. Gelangweilt verbrachte er die Tage in der Küchenecke, wischte auf dem Smartphone herum und spuckte fade gekaute Kaugummis auf eine Untertasse. Nachdem Wafa versehentlich sein Handy in der Toilette versenkt hatte, fiel sein Blick auf die inzwischen zum stattlichen Hügel angewachsene, noch klebrige Kaumasse. Geschmeidig modellierten seine rastlosen Daumen daraus eine recht plumpe Espressotasse mit kreisrundem Loch im Henkel. Tags darauf war die Tasse verschwunden und Wafa wurde zum Creative Director zitiert. Wafa hatte den Prototypen zur später erfolgreichen Design-Linie „Bullet“ geliefert. Aus dem unterschätzten Praktikanten wurde ein wertvoller Mitarbeiter.

Goldene Zeiten
11 Goldene Zeiten

11 Goldene Zeiten

Die Toilette ist das Gesicht eines Lokals – so das ungewöhnliche Statement von Ruby Barker. Als sie in Cheyenne/Wyoming ihr vegetarisches Diner „Soul-Inn“ eröffnete, wählte sie für den Sanitärbereich Gold- und warme Rottöne aus und schaffte mit bezaubernden Schminktischchen eine Oase der Ruhe. „Wenn das Leben mal zum Kotzen ist, dann soll man sich wenigstens auf der Toilette wohl fühlen“, erklärt die mehrfach geschiedene Gastronomin und verrät, dass ihre weiblichen Gäste dort sogar einen Espresso serviert bekommen.

Rätselhaft
07 Rätselhaft

07 Rätselhaft

Spieleerfinder Lasse Lundqvist verstarb im Alter von 85 Jahren. Seinem 24-jährigen Enkel Sören hinterließ er ein Ferienhaus nahe Uppsala. Dort fand Sören vier an den unterschiedlichsten Stellen fixierte Kaffeetassen vor: auf dem Wohnzimmerboden, im Dachgebälk, am Treppengeländer und im Heizungsraum. Ein Rätsel, das der Enkel erst nach über drei Jahren löste, als er die Tassen über Kreuz mit imaginären Linien verband. Der Schnittpunkt lag in einem Wandstück. Sören bohrte ein Loch und fand dahinter eine Kassette mit handschriftlichen Notizen und Entwürfen zu Spielideen. Fasziniert nahm Sören die Herausforderung an. Er trat in die Fußstapfen seines Großvaters. Mit Selbstvertrauen und Talent schaffte es sogar eine seiner eigenen Entwicklungen unter die Nominierungen zum  Spiel des Jahres 2012.

Rampenlicht
04 Rampenlicht

04 Rampenlicht

Ein Anfang. Eine Bühne. Eine Inspiration. Diese inszenierte Tasse erbte die junge russische Schauspielschülerin Larisa in den 70er Jahren von ihrer Großmutter. Morgens den Kaffee aus einer Teetasse zu trinken, bringe Glück im Leben und ändere den Blickwinkel auf alltägliche Dinge hatte die alte Dame immer gesagt. Larisa schloss die Schule erfolgreich ab und hatte einen guten Start in ihr Berufsleben. Bald schon wurden ihr Hauptrollen angeboten. Einen Teil des Erfolgs schrieb Larisa der Tasse zu, die eine gute Seele zu haben schien. Für ein wenig Glamour und Rampenlicht ließ Larisa auch ihr eine kleine Bühne mit Vorhang fertigen.

Flotte Lotte
34 Flotte Lotte

34 Flotte Lotte

Die Tasse gehört zum Inventar des Tanzlokals "Flotte Lotte". Das Lokal existiert seit 1961 und war früher ein bekannter Treffpunkt für paarungswütige Singles. In den späten siebziger Jahren liefen dem Lokal andere Kneipen und Diskotheken den Rang ab.
Zum Glück hatte der Inhaber die grandiose Idee, einen Seniorentanztee zu etablieren - der sich entgegen aller Prognosen als echter Kassenschlager entpuppte. Das Lokal war nun nur noch 3 Mal die Woche am Nachmittag geöffnet und wurde auf Wunsch für Veranstaltungen vermietet. 1999 wurde das Lokal aus gesundheitlichen Gründen des Inhabers geschlossen. Es diente nun als Lager für einen sich im Nachbarhaus befindlichen Tierfutter-Großhandel. Aus Zeitnot wurde der Laden nicht umgebaut, lediglich die Tische und Stühle hat man entsorgt. Im Jahr 2012 öffnete die "Flotte Lotte" als veganes Szenelokal wieder ihre Pforten. Aus der traditionell als „Gruß aus der Küche“ in der Kaffeetasse servierten Ochsenschwanzsuppe ist nun eine Kartoffel-Lauch Suppe geworden.

Happy End
20 Happy End

20 Happy End

Es war einmal eine schneeweiße Tasse. Jeden Tag wurde sie in einer verlotterten Berliner Studentenbutze mit bratziger glutamatvergorener Reisnudelsuppe gepeinigt. Hatte der fetthaarige Student sein grausames Werk verrichtet, wischte er sie mit einem übelriechenden Lappen notdürftig aus und stellte sie auf der verkrusteten Spüle ab. Ende September 2014 gelang der Tasse der Sprung in die Flohmarktkiste. Als sich sowohl der Tag als auch der Fetthaarige noch im Dämmerzustand befanden, erwarb Salva Tschek die geschundene Tasse für 50 Cent. Mit einem Sammelsurium unterschiedlichsten Geschirrs eröffnete die junge Frau am Prenzlauer Berg ihren kleinen „Trinkschokolade-Salon“ mit angeschlossener Bibliothek.
Glück ist, wenn heißer Kakao überschwappt.
Happy End.

Cuptales - Perspektiven der Messearchitektur

36 cups staging the scene.
Each stage a cup.
Each cup a story.
Its story.


Dive into a world made of this inspiration. The cups not only act as storytellers, but gain symbolic power through such a staging. Origin, objectives, contents, quality, personality and effect:

Everything is connected to everything, communicating with one another. Let new impressions through changing perspectives surprise you. Exhibition architects view subjects from different angles, designing customized experiential spaces. There, your product tells its story. Authentic. Courageous. Concise. All ideas can be realized: That's what demanding trade fair communication can do.

Unterwegs
33 Unterwegs

33 Unterwegs

Ein verwegener Plan. Die Tour ging von Danzig über Warschau, Breslau bis nach Kattowitz. Seit Marienburg war auch ich mit dabei. Tagsüber pushten sich Pawel und Igor auf ihren Skateboards die Schuhsohlen durch, abends fanden sie über Couchsurfing einen Schlafplatz. Am Morgen schnitt Ewa kräftiges Brot ab. Ich wurde mit einem Aufstrich aus süß-zimtiger Kaffeecreme gefüllt und in Igors Rucksack gestopft. Schon am Mittag hatten sie mich leergeputzt. Den nächsten Abend verbrachten wir bei Nina, Karol und ihren beiden Kindern. Sehr liebe Menschen. Die beiden kannten einen Künstler und organsierten unsere nächste Übernachtung. In vier Wochen legten wir über tausend Kilometer zurück. Es war eine spannende und inspirierende Zeit. Die Jungs haben ein paar Schrammen abbekommen. Mich packte Igor aber immer gut ein.

Nähe
05 Nähe

05 Nähe

Eine dreidimensionale Installation, bei der die Grenze zwischen Realität und Täuschung verschwimmt. Es entsteht Raum für Zwischenwelten. Ein Thema, mit dem Illusionskünstler Torben Østergaard zu spielen versteht. Sein abstrakt gehaltenes Werk setzt eine Tasse mit persönlicher Bedeutung in Szene. Sie stammt aus dem Frühstücksgeschirr des amerikanischen Künstlerehepaares Jawaschet und Guillebon. Jahrzehnte verband die Künstler eine enge Freundschaft. Als Jawaschet und Guillebon bei einem Autounfall ums Leben kamen, vermachten sie Østergaard ihr New Yorker Atelier. Die unverkäufliche Installation Østergaards trägt den Namen „Nähe“ und ist eine Hommage an seine verstorbenen Freunde.
Moulin Rouge
01 Moulin Rouge

01 Mouline Rouge

Die aus der französischen Manufaktur „Les Deux Frères“ stammende Tasse ist ursprünglich Teil eines Kinderservices. 1964 stellte sie bei Dämmungsarbeiten zum Bühnenumbau im Pariser „Moulin Rouge“ neben bis dahin unbekannten Skizzen des Post-Impressionisten Henri de Toulouse-Lautrec einen unerwartet spektakulären Fund dar. Toulouse-Lautrecs Inspiration war das überschäumende Nachtleben am Montmartre und nicht selten brachte er die wallenden Kleider und drallen Dekolletés der Cancan-Tänzerinnen zu Papier. Legendär seine Marotte, die mitgebrachte Tasse aus Kinderzeiten kurz nach Betreten des „Moulin Rouge“ mit den Worten „Un petit noir pour les Arts“ auf den Tisch zu stellen. War der Espresso getrunken, verstaute er das Porzellan wieder in der Tasche neben seinem Skizzenblock. Toulouse-Lautrec verstarb 1901 mit 36 Jahren, über ein halbes Jahrhundert galt diese Tasse als verschollen.

Homo France
06 Homo France

06 Homo France

Die Tasse gehörte zum Inventar eines Bistros am alten Rathaus in Bad Honnef.
Das Bistro wurde 1988 von einem frankophilen Historiker eröffnet.
Nach seinem öffentlichen Outing 1997 wurde das Bistro zu einem beliebten Schwulen-Treffpunkt.
Im Bistro waren über 20 Jahre wechselnde Fotoausstellungen französischer Künstler zu sehen, bei den Vernissagen gab es neben einem Gläschen Crémant auch stets ein Tässchen gepflegten Kaffee.
2012 zog der Inhaber zusammen mit seinem Freund in ein Häuschen in der Bretagne. Das Bistro wurde von einem deutsch-türkischen Ehepaar übernommen. Fotoausstellungen gibt es keine mehr.

Voller Sehnsucht
08 Voller Sehnsucht

08 Voller Sehnsucht

Dickwandig und plump, ach schaut mich nur an! Humpig der Tassenbau und schwer im Boden. Kopfüber auf die warme Espressomaschine gestülpt, blicke ich sehnsüchtig ins edle Porzellanregal. All die hübschen, zarten Geschöpfe. Des Feiertags tänzeln sie Henkel an Henkel zur feinen Kaffeetafel, spülen köstlichen Bohnensud in die rot gelackten Münder und lauschen dem wirren Geschwätz. Hämisch blinken sie mir mit ihrem Goldrand zu, versuchen sich dabei gegenseitig zu übertrumpfen. Bis eine vor lauter Übermut das Gleichgewicht verliert und am Boden zerschellt. Ich neide ihnen die Figur, doch nicht ihr Wesen. Ihnen flüstern die weitgereisten Bohnen nicht ihre spannenden Abenteuer zu. Ich verrichte jeden Tag meinen Dienst, erfülle die Sehnsüchte anderer. Meine Träume bleiben.

Trennung
09 Trennung

09 Trennung

So viele Jahre war es dunkel. Erdig. Kalt. Jetzt bohrt ein Metallhaken durch die Krume. Stößt gegen meine offene Wunde, erinnert an den schmerzlichen Verlust. Ein kurzer Lichtstrahl nur, dann wieder kommt die Nacht. Wild pocht mein Henkelstumpf. Bilder der Erinnerung zucken durch die Finsternis. Blumen blühen. Der schlimme Streit, dem Stille folgt. Ich schmecke Salz. Der Griff, der mich umfasst wird lose. Die warmen Hände, die ich so geliebt, nun kraftlos schlaff. Ich falle, taumle, stoße an. Nun ist entzwei, was einst in Harmonie vereint. Die Zeit vergeht. Doch Gewesenes zerfällt zu Staub, als ich ans Sonnenlicht gehoben. Fremde Hände streicheln, reiben und liebkosen. Spülen Wasser in meinen Bauch.

Bauchgefühl
12 Bauchgefühl

12 Bauchgefühl

Der 56-jähriger Farmer Rod Bock aus Minneapolis/Minnesota klagte nach seiner Gallenoperation über ein immer wieder auftretendes Druckgefühl unterhalb des Magens. Der korpulente Mann konsultierte schließlich seinen Hausarzt Count Grey. Grey lokalisierte per Ultraschall eine vergessene Kaffetasse in der Bauchhöhle seines Patienten. Der damalige Operateur Jacob Sullivan Blend war einerseits eine Koryphäe auf seinem Gebiet, andererseits aber auch als starker und vor allem kompromissloser Kaffeetrinker bekannt. Nachdem er die Kaffeevorräte der Klinik aufgebraucht und sämtliche Tassen verbummelt hatte, setzte er sich nach Mexiko ab. Die Entfernung der Tasse aus Bocks Körper kommentierte Grey mit den launigen Worten „Dieses Stück hätte ich nicht vermisst.“

The Hot Beast
13 The Hot Beast

13 The Hot Beast

Jens ist Single. Und er ist verdammt heiß. Jeden Tag ein neues Outfit: gestern samtig weich, heute rauchig hart und morgen vielleicht mit einer Nuance dunkler Schokolade. Wenn er eine will, bekommt er sie. Er braucht den klaren Blick auf die nackte Bohne. Hart umfasst er den Siebträger, bringt alles in Position. Nimm mich, hört er flehentliches Betteln. Und er tut es. Ohne süßen Beigeschmack, ohne milchigen Schleier. Jaaa… genau so! Ahhhh… ist das gut!!! Und Jens hatte sie schon fast alle. Nur noch zwei Kaffeeprobepäckchen liegen in der Kiste. Schade eigentlich. Die Tagträume waren fast das Beste am Probierset.

Italienische Lebensfreude
14 Italienische Lebensfreuede

14 Italienische Lebensfreude

Sie lieben ihre Mama und verehren die Nonna. Ohne Amarettini und Cantuccini fühlen sie sich nackt. Italienische Tassen brauchen Gesellschaft, lieben das große Durcheinander in der Espressobar und das Spektakel des Alltags. Eine Vespa fährt knatternd vor und ein Bitterino schaut auf einen Schluck vorbei. Wichtig klappern die Tassen mit ihrem Unterteller. Schieben sich über den Tresen. Schaut her, wir sind auch da, knistern die Dolce mit ihren bunten Kleidern. So bleib doch noch! Du kommst zu spät? Non fa niente. Luigi, un Doppio, ab unter die macchina mit dir! Lasst uns den Moment genießen!

Einfach abtauchen
15 Einfach abtauchen

15 Einfach abtauchen

Ihr Leben verlief immer im gleichen Kreis: Schrank-Tisch- Geschirrspüler. Wenn es der Tag gut mit ihr meinte, nahm ein Gast sie mit aufs Zimmer. Oder besser noch, mit an den Strand. „Eines Tages“, erzählte die Tasse nachts ihren namenlosen Kollegen, „haue ich hier ab.“ Die anderen lachten den Träumer scheppernd aus. „Wie willst du es denn anstellen?“ „Wie soll das denn gehen?“ „Hier kommt niemand raus!“ Am nächsten Abend war es still im Schrank. Die Tasse war weg. Ein Bierglas hatte beobachtet, wie sie mitsamt dem Unterteller in die nächste Bucht geschwommen und dann zusammen genüsslich abgetaucht waren. „Aber das geht doch nicht…“, hob ein Milchkännchen an, wurde aber von den mehrstimmig klimpernden Teelöffeln unterbrochen: „Du hörst doch, sie hat einfach gemacht was sie schon immer wollte.“

Winnetou & Old Shatterhand
21 Winnetou & Old Shatterhand

21 Winnetou & Old Shatterhand

Die Tasse gehört zu einem Service, das im Clubhaus des Westernvereins "Tombstone Village" in Sachsen Anhalt genutzt wird.
Der in liebevoller Handarbeit durch die Mitglieder des Vereins eingerichtete Raum ist einem Westernsaloon des 19. Jahrhunderts nachempfunden.
Neben den üblichen Vereinssitzungen, werden hier auch Squaredance-Veranstaltungen abgehalten. Die Band "3 Dead Men" probt zwei Mal die Woche. Im Winter verlassen hin und wieder einige der hartgesottenen Indianer ihre Tipis und wärmen sich bei einer Tasse Bohnenkaffee auf.
Insgesamt 4 Brautpaare im Westernlook tranken ihren Hochzeitskaffee bereits aus diesen Tassen.

Kopja-Cake
27 Kopje-Cake

27 Kopje-Cake

Ineke de Groot betrat ein im Amsterdamer Stadtteil Jordaan etwas abseits gelegenes Café. Der Kuchen schmeckte fantastisch, dennoch blieb sie einziger Gast. Müde erzählte die Inhaberin Frida Johan, eine autodidaktische Konditorin, von Konkurrenz und finanziellen Nöten. Sie sprachen lange. Ineke war voller Mitgefühl und frischer Ideen. Tags darauf brach sie ihr Studium ab. Heute ist das „Kopje-Cake“ mit seiner Mischung aus Qualität und Experimentierfreude als Insidertipp bekannt. Das Besondere: Gäste werfen Zettel mit ihrem Kuchenwunsch für den nächsten Tag in die weiße Tasse am Tresen. Nachmittags wird ein Zettel gezogen und der „Kopje-Cake“ des nächsten Tages verkündet. Selbst mit abenteuerlichen Scherzen kommen Frida und Ineke zurecht: Der kandierte Gurkenkuchen fand seinen festen Platz auf der Kuchenkarte.

Tasse für einen Tag
16 Tasse für einen Tag

16 Tasse für einen Tag

Caros Wesen ist sonnig, mit Tendenz zum sorglos Verträumten und klarem Hang zur Schusseligkeit. Als die Studententraube aus der Bar in die kalte Abendluft drängt, leisten Caros unter Sauerstoffschock stehende Synapsen plötzlich ganze Arbeit und bringen die längst überfällige Erinnerungsmeldung „Hausarbeit: eine innovative Tasse modellieren!“ zu Tage. Geistesgegenwärtig eilt Caro zurück und lässt noch eine der schlanken Blumenvasen mitgehen. Zu Hause angekommen knetet sie der Vase einen langgezogenen Henkel auf die Seite. Prof. Dahl steht blankes Entsetzen ins Gesicht geschrieben, als er tags darauf ihres Werkes ansichtig wird. Eine adäquate Reaktion, muss Caro nüchtern konstatieren und bringt das Ding am folgenden Abend zurück in die Bar. Nur der Henkel erinnert die Vase an ihren chaotischen Tag als Tasse. Ihr sind Blumen lieber.

Weltreise
17 Weltreise

17 Weltreise

Die Tasse wurde ursprünglich von einem Apothekerehepaar aus Kassel Ende der 1960er Jahre erworben.
Bei einem Garagenflohmarkt für einen wohltätigen Zweck wurde sie vor 5 Jahren an eine Sinologiestudentin aus Heidelberg verkauft. Sie benutzte die Tasse seitdem in ihrer WG. Als sie 2012 ihr Studium beendete und nach Shenjiang zog, um sich dort ihrer Doktorarbeit zu widmen, schenkte sie die Tasse ihrer spanischen Mitbewohnerin. Diese zog nach Abschluss ihres BWL Studiums Anfang 2014 wieder zurück in den Norden Teneriffas um dort als Juniorchefin in den Bananengroßhandel Ihres Vaters einzusteigen. Die Tasse nahm sie als Andenken mit und benutzt sie fast täglich.

Beweisstück
18 Beweisstück

18 Beweissstück

Die Tasse befand sich während der letzten 10 Jahre in der Asservatenkammer der Berliner Kriminalpolizei.
Sie war Teil einer beschlagnahmten Schiffsladung. In einem der Container befanden sich neben einer Wohnungseinrichtung, die per Schiffsfracht nach Südafrika gebracht werden sollte, auch 2000 minderwertige Brustimplantate aus Silikon. Die Auftraggeber und Empfänger der Fracht konnten nicht ermittelt werden. Den einzigen brauchbaren Fingerabdruck fand man auf dieser Tasse. Nach Jahren der Recherche ergab sich jedoch keine Spur. Die Tasse wurde nun zusammen mit dem Rest der Wohnungseinrichtung bei einer Auktion versteigert.

Fensterblick
19 Fensterblick

19 Fensterblick

Frauke studiert Germanistik in Wien. Doch lieber, als sich mit der Literatur auseinanderzusetzen, erzählt sie selbst Geschichten. Die Fäden dazu spinnt sie nicht vor dem Computerbildschirm. Sie sitzt auf einem weichen Kissen auf der breiten Fensterbank, die Hände umschließen eine Tasse. Stimmen, Geräusche und Bilder von draußen nimmt sie in sich auf. Lässt die Umwelt auf sich wirken, schließt ihre Augen und versinkt in eine andere Welt. Vor einem Jahr hatte Frauke ein Manuskript für ein Kinderbuch an den Dörte-Verlag geschickt. Heute endlich kam ein Brief zurück. Frauke stellt ihre Teetasse auf der Fensterbank ab, öffnet den Umschlag und überfliegt rasch die Zeilen. „Sie wollen es!“, jubelt sie, rennt los und weckt den noch schlafenden Rest der WG.

Kostbar
22 Kostbar

22 Kostbar

In Wohnzimmerregal steht eine mit Watte ausgepolsterte Kiste. Zwar stützt sie die alten Fotobücher der Familie, doch ist dies nicht ihr alleiniger Zweck. Inmitten der weichen Fütterung steht eine weiße Porzellantasse. Sie gehörte Birgits geliebter Großmutter, die in den Wirren des zweiten Weltkrieges viel Leid und Entbehrungen erlitten hatte. Als sie 1945 aus Schlesien vertrieben wurde, verbarg sie diese Tasse in dreckigen Decken und brachte sie heil bis nach Frankfurt. Für Birgit ist die unscheinbare Tasse ein Erinnerungsstück voller Stärke, Kraft und Mut. Hat Birgit das Gefühl, vor einer Wand zu stehen, nicht mehr weiterzuwissen, hilft ihr der Blick ins Wohnzimmerregal. „Es gibt immer einen Weg“, scheint ihr die Großmutter über die Tasse zuzuflüstern. „Du musst ihn nur finden und gehen wollen.“

I love Kitsch
25 I love Kitsch

25 I love Kitsch

Lena ist Bloggerin. Ihre Kölner Studiowohnung misst nur 18 Quadratmeter. Viermal im Jahr ändert Lena dort radikal den Style und präsentiert den neuen Studio-Look im Blog. Auch veranstaltet sie immer eine kleine Vernissage. Ihr achtes Facelift trägt den Namen „I Love Kitsch“, ist überwiegend in Rosa gehalten und beherbergt eine Menge nutzloser Dinge. „Kitsch muss man nicht erklären können“, sagt Lena und schenkt ihren Gästen Kaffee ein. „Kitsch unterliegt keiner Mode, keinem Stil und keinem Zeitgeist. Aber er ist sentimental, voller Emotionen und spricht unsere Herzen an. Kann er denn dann oberflächlich sein?“ Lena blickt fragend in die Runde.

Berliner Mauer
26 Berliner Mauer

26 Berliner Mauer

Menschenmassen strömen in den Techno-Club, sehnen sich nach den schnörkellosen geraden Beats. Das Licht zuckt, die Tanzfläche füllt sich. Die Menge wird eins mit dem Herzschlag der Synthesizer-Basslinie. Rhythmisch bewegt sich Sebastian Kühne. Seine Wahrnehmung wird abstrakt, rein körperlich. Die maschinelle Musik kommt ohne historischen Ballast aus. Ein kleiner, harter Gegenstand drückt gegen Sebastians Leiste. Es ist die Tasse seines älteren Bruders. Drei Jahre vor der Maueröffnung wurde er bei einem Fluchtversuch von einem Grenzsoldaten erschossen. Zieht Sebastian nachts durch Berlin, trinkt er aus dieser Tasse. Entsteht Verwunderung, folgt meist ein Gespräch. Die oft unbekannte Zeit vor der Wiedervereinigung wird dann lebendig.

White Chapel
24 White Chapel

24 White Chapel

Die 24-jährige Schwedin Finja verbrachte ein Jahr in Las Vegas. Dort lernte sie den Amerikaner Simon kennen. Es war die große Liebe, der 6-er im Lotto. Im Überschwang der Gefühle heirateten sie in der Little White Chapel und feierten die anschließende Nacht auf dem Strip durch. Als beide in der Morgendämmerung bei Starbucks ihren ersten Frühstückskaffee als Ehepaar tranken, war alles vertraut und irgendwie doch so neu und anders.
Auch nach über zwanzig Jahren fühlt sich ihre Ehe noch gut an. Finja und Simon leben inzwischen in Göteborg und haben drei Kinder. Gemeinsam verbringen sie viel Zeit auf ihrem Segelboot. Aus Erinnerung an den verrückten Moment gehen Finja und Simon in der Nacht ihres Hochzeitstages nicht zu Bett und trinken morgens einen Kaffee bei Starbucks.

Khao Phing Kann
28 Khao Phing Kann

28 Khao Phing Kann

Die Tasse fristet ihr Dasein in Thailand. Sie gehörte einem deutsch-thailändischen Ehepaar. Der Mann kündigte nach einem 6-stelligen Lottogewinn im Jahr 2001 seine Anstellung in der Poststelle einer Krankenversicherung und zog nach Thailand um dort ein deutsches Hähnchenrestaurant nach dem Vorbild des Wienerwald zu eröffnen.
Schon in der ersten Woche seines Aufenthalts lernte er die deutlich jüngere Bedienung einer 24-Stunden Bar kennen und heiratete sie nach 3 Monaten.
Sein Geld investierte er in ein großes Haus, welches er mit rustikalen Möbeln aus Deutschland ausstatten ließ. Auch das gesamte Geschirr wurde aus Deutschland importiert.
Seit 2006 lebt der Mann wieder alleine in Deutschland und arbeitet als Teilzeitkraft bei einer Sicherheitsfirma. Die Tasse wird kaum noch benutzt.

Reise zum Pol
29 Reise zum Pol

29 Reise zum Pol

Erreichte Robert Edwin Peary 1909 als erster Mensch den Nordpol oder hatte das Dr. Frederick Cook bereits am 21. April 1908 geschafft? Ungereimtheiten tauchen in den Berichten beider US-amerikanischer Polarforscher auf. Als erwiesen hingegen gilt, dass der Brite Wally Herbert 1969 seinen Afternoon Tea am Nordpol einnahm. Als seine mitgebrachten Biscuits die Aufmerksamkeit der dort siedelnden Eisbären erregten, löste Herbert seine Teetafel schleunigst zugunsten eines kontrollierten Rückzugs auf. Seine Tasse mit dem auf dem Kopf stehenden „W“ ließ er dabei schweren Herzens zurück.

Zwiegespräch im Wunderland
30 Zwiegespräch im Wunderland

30 Zwiegespräch im Wunderland

„Sie sind aber groß.“
„Nein, nein, das wirkt nur so. Sie sind recht klein.“
„Das ist doch Unsinn! Wieso können sie eigentlich sprechen?“
„Kann ich nicht. Haben Sie etwa am Zaubertrank genippt.“
„Ich muss gestehen: ja. Aber ein Fliegenpilz sind Sie doch schon, oder?!“
„Nein, natürlich nicht. Sind sie denn eine Teetasse?“
„Ganz ehrlich - ich weiß es nicht. Wie sehe ich denn aus?“
„Gut.“
„Gut? Nur gut?“
„Nein. Beneidenswert gut.“
„Danke. Aber jetzt schmeicheln Sie mir. Darf ich Sie zu einer Tasse Tee einladen?“
„Sehr gerne. Ich denke, wir passen ganz gut zusammen.“
„Na, Sie kommen aber forsch zur Sache…“
„Aber nur, weil Sie es mir wert sind.“

Luft für den Frosch
31 Luft für den Frosch

31 Luft für den Frosch

Der Knickbecher war Teil einer Umweltaktion, mit der die Fakultät Umweltwissenschaften der TU Dresden 1998 auf die Verschmutzung der Weltmeere mit Plastikmüll aufmerksam machte. Gegen eine Spende verteilten Studenten 3.000 dieser Knickbecher im Jutebeutel in der Dresdner Innenstadt. Die so gesammelten rund 36.000 Euro flossen in innovative Forschungsprojekte der Recyclingtechnik. „Plastik gelangt in die Nahrungskette, Tiere verenden an verschluckten Teilen. Wir müssen diesen Müll von den Weltmeeren fernhalten und die Wiederverwertung wirtschaftlich attraktiv gestalten“, so Prof. Dr. Ines Chemnissar, Leiterin der TU-Forschungsgruppe Ocean Cleanup und Initiatorin der damaligen Aktion.

Magische Momente
32 Magische Momente

32 Magische Momente

Natascha und Malte schlenderten über den Freiburger Büchermarkt. Als ihnen eine ältere Dame eine Schachtel mit zwei Teetassen und einem dünnen in Leder gebundenem Buch schenkte, freuten sie sich höflich, fühlten aber auch Unbehagen. Daheim ertappten sie sich bei dem Gedanken, die Schachtel zu entsorgen. Als Natascha den Deckel für einen letzten Blick öffnete, entströmte ein Gefühl der Vertrautheit. Schlagartig wurde beiden klar, dass sie sich diesem Geschenk nicht verweigern können.  Beim ersten Schluck Tee aus diesen Tassen blätterten sie gemeinsam in dem Buch und wurden langsam in den Bann gezogen. Es schien, als stecke noch eine tiefere Bedeutung darin…

Stille
23 Stille

23 Stille

Sie quasselt den ganzen Tag. Make-up, Beauty, Klamotten, Frisuren, Styles - es ist kaum zum Aushalten. Doch Mike liebt sie. Nicht deswegen, aber trotzdem. Mit den Nerven ist er dennoch runter, kommt aus der Gefühlskiste nicht raus. Nur wenn sie Mikes Lieblings-Kaffeetasse zum Mund führt, ist endlich einmal Ruhe. Kontrast. Ein magischer Moment mit einer magischen Tasse. Drei, zwei, eins… meins, denkt Mike. Und ist sich gar nicht mehr so sicher, was genau Seins sein soll. Sollte er nicht besser seine Tasse wieder ganz alleine für sich haben?

Erinnerungen
36 Erinnerungen

36 Erinnerungen

1998 ging der angehende Tierarzt Martin Weller nach Namibia. Zusammen mit der AfriCat Foundation setzte er sich für den langfristigen Erhalt der Großkatzen ein. Was als einjähriger Aufenthalt geplant war, sollte fast ein Jahrzehnt andauern. Weller lernte viel über die wilden Tiere. Seinen Lieblingen, den Elefanten begegnete er aber nur auf Safaris. Als scherzhaften Trost töpferte ihm Patricia, die Frau eines befreundeten Farmers, die kunstvolle Tasse mit dem Elefantenkopf. Heute steht die Tasse auf Wellers Schreibtisch in der Wiesbadener Tierklinik. Sie ist voller Erinnerungen.

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